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Architektur

Ein Energieeffizienzhaus 40 planen und seine Qualität prüfen

Sie vergleichen Hausangebote oder planen einen Neubau und möchten wissen, was hinter der Bezeichnung Energieeffizienzhaus 40 steckt. Entscheidend sind berechnete Kennwerte, eine abgestimmte Haustechnik und ein Nachweis, der zum konkreten Vorhaben passt.

Von Anna Berger · · 3 Min. Lesezeit

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Die Zahl 40 klingt nach einem einfachen Vergleichswert, beschreibt aber keinen pauschalen Energieverbrauch in Kilowattstunden. Sie bezieht sich auf ein rechnerisches Referenzgebäude und sagt allein noch nichts über Ihre späteren Heizkosten aus. Für die Planung sollten Sie deshalb klären, welche Anforderungen gemeint sind, wie Gebäudehülle und Anlagentechnik zusammenwirken und ob zusätzlich eine Förderung angestrebt wird.

Was bedeutet die Zahl 40 beim Effizienzhaus?

Die Effizienzhaus-Stufe vergleicht ein Gebäude mit einem gesetzlich definierten Referenzgebäude ähnlicher Geometrie, Nutzfläche und Ausrichtung. Beim Neubau steht die Stufe 40 für höchstens 40 Prozent des Primärenergiebedarfs des Referenzgebäudes. Primärenergie berücksichtigt neben der Energie am Gebäude auch vorgelagerte Prozesse der Bereitstellung. Für die Einstufung zählt außerdem der Wärmeschutz der Gebäudehülle: Der Transmissionswärmeverlust darf laut KfW höchstens 55 Prozent des Referenzwerts erreichen. Die Kennzahl ist also kein Versprechen, dass Ihr Haus nur 40 Prozent einer bestimmten Kilowattstundenmenge verbraucht. Die KfW erklärt die Effizienzhaus-Stufen und ihre Referenzwerte.

Welche Bauteile und Anlagen beeinflussen den Nachweis?

Für das Ergebnis werden Gebäudehülle und technische Anlagen gemeinsam betrachtet. Dämmung, Fenster, Wärmebrücken und Luftdichtheit beeinflussen, wie viel Wärme das Haus verliert. Heizung, Warmwasserbereitung, Lüftung und gegebenenfalls Kühlung wirken sich auf den berechneten Energiebedarf aus. Eine einzelne besonders effiziente Komponente macht das Haus daher nicht automatisch zum Effizienzhaus 40.

Lassen Sie sich die Berechnung und die zugrunde gelegten Bauteil- und Anlagenwerte erläutern. Wichtig ist auch, dass die Planung zur tatsächlichen Ausführung passt: Änderungen an Fenstern, Dämmung oder Heizung können den Nachweis beeinflussen. Bei einem Fertig- oder Modulhaus sollten Sie prüfen, welche Leistungen im Angebot enthalten sind und wer die Abstimmung zwischen Entwurf, Technik und Nachweis übernimmt.

Was unterscheidet den Standard von der KfW-Förderung?

„Effizienzhaus 40“ bezeichnet zunächst eine energetische Stufe. Eine Förderung für den Neubau kann zusätzliche Anforderungen stellen. Beim KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau setzt die Förderung für ein klimafreundliches Wohngebäude unter anderem Effizienzhaus 40, Anforderungen an die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus und den Verzicht auf Öl, Gas und Biomasse zur Beheizung voraus. Für die Förderstufe mit Qualitätssiegel kommen weitere Nachhaltigkeitsanforderungen hinzu. Maßgeblich sind die aktuellen Bedingungen des jeweiligen Programms und der Zeitpunkt der Antragstellung, nicht allein die Bezeichnung im Hausangebot. Die KfW führt die Voraussetzungen für den klimafreundlichen Neubau auf.

Vergleichen Sie daher drei Dinge getrennt: den energetischen Nachweis, die zusätzlichen Förderbedingungen und die im Angebot enthaltenen Kosten. Eine mögliche Förderung sollten Sie nicht als sicher einkalkulieren, bevor die Voraussetzungen und die Finanzierung geklärt sind.

Wie gehen Sie bei Planung und Angebotsvergleich vor?

Beginnen Sie mit dem gewünschten Energiestandard und klären Sie, ob Sie nur Effizienzhaus 40 erreichen oder auch eine Förderung beantragen möchten. Danach sollten Sie die Gebäudeform, Ausrichtung, Fensterflächen, Dämmung und Anlagentechnik als zusammenhängendes Konzept betrachten. Eine kompakte Planung kann dabei andere Anforderungen stellen als ein stark gegliederter Grundriss.

Legen Sie anschließend fest, wer die energetische Planung erstellt, die Berechnung prüft und die Umsetzung dokumentiert. Bei der Abstimmung zwischen eigener Planung und Hausanbieter hilft ein klarer Überblick darüber, wie Sie Ihr Haus planen. Holen Sie sich außerdem eine verständliche Aufstellung dazu, welche technischen Anlagen, Nachweise und Baunebenkosten im Angebot enthalten sind und welche nicht.

Woran erkennen Sie, ob das geplante Ergebnis belegt ist?

Verlassen Sie sich nicht allein auf Werbeaussagen wie „KfW-40-Haus“. Fragen Sie nach der konkreten Effizienzhaus-Berechnung, den verwendeten Annahmen und den Unterlagen, mit denen die Ausführung später bestätigt wird. Klären Sie vor Vertragsabschluss, wie Änderungen während der Bauphase behandelt werden und wer mögliche Abweichungen bewertet.

Das Gebäudeenergiegesetz beschreibt für Neubauten eigene energetische Mindestanforderungen; diese sind nicht dasselbe wie der Effizienzhaus-40-Nachweis. Der gesetzliche Maßstab und die Förderbedingungen können sich außerdem unterscheiden. Prüfen Sie deshalb die jeweils geltenden Regeln und lassen Sie den Nachweis für Ihr konkretes Gebäude erstellen. Der aktuelle Gesetzestext ist über Gesetze im Internet abrufbar.

Für den Vergleich am Ende sollten Sie neben den berechneten Kennwerten auch Investitionskosten, erwartete Betriebsweise, Wartung und mögliche Förderbedingungen betrachten. Erst diese Gesamtsicht zeigt, ob die geplante Lösung zu Ihrem Budget und Ihrem Alltag passt.

Häufige Fragen

Ist ein Energieeffizienzhaus 40 automatisch förderfähig?

Nein. Der Effizienzhaus-Standard allein garantiert keine Förderung. Beim KfW-Programm Klimafreundlicher Neubau müssen neben den Anforderungen an Effizienzhaus 40 weitere Bedingungen erfüllt sein, etwa Vorgaben zu Treibhausgasemissionen und zur Wärmeversorgung. Prüfen Sie außerdem die zum Antrag geltenden Programmbedingungen und verfügbaren Haushaltsmittel.

Muss ein Energieeffizienzhaus 40 eine Lüftungsanlage haben?

Eine Lüftungsanlage ist nicht pauschal vorgeschrieben. Ob sie für Ihr Haus sinnvoll ist, hängt unter anderem von Gebäudehülle, Lüftungskonzept und gewählter Haustechnik ab. Lassen Sie sich erklären, wie der geplante Luftwechsel sichergestellt wird und welche Betriebs- und Wartungsanforderungen die gewählte Lösung hat.

Sind die Heizkosten in einem Energieeffizienzhaus 40 sicher niedrig?

Ein niedriger berechneter Energiebedarf ist keine Garantie für bestimmte Heizkosten. Diese hängen auch von Energiepreisen, Wetter, Wohnfläche, gewünschter Raumtemperatur und tatsächlicher Nutzung ab. Vergleichen Sie deshalb die Berechnung mit klar ausgewiesenen Annahmen und betrachten Sie die laufenden Kosten getrennt von der Effizienzhaus-Kennzahl.

In der Rubrik Architektur